Annette von Goumoëns & Beatrice Fleischlin

Annette von Goumoëns & Beatrice Fleischlin

«0021-DIAMONDS ARE FOREVER»

  • Annette von Goumoens
  • Beatrice Fleischlin

    mit: Christoph von Goumoëns, Savino Caruso, Hanspeter Pfammatter, Theres von Goumoens

Was ist normal? Und warum reagieren wir mit Unsicherheit und Berührungsängsten, wenn wir jemanden sehen, der oder die von der Norm abweicht? Solche Fragen beschäftigen die Theaterschaffende Annette von Goumoëns seit ihrer Kindheit. Denn für sie war es ganz normal mit einem Bruder aufzuwachsen, der von der Norm abweicht. Jetzt macht sie aus Geschichten ihres ganz normalen Geschwister-Lebens einen Theaterabend und steht zum ersten Mal mit ihrem Bruder Christoph von Goumoëns, der mit Trisomie 21 geboren wurde, auf der Bühne. Zusammen mit der Regisseurin Beatrice Fleischlin entwickelt das Geschwisterpaar von Goumoëns einen sehr persönlichen Abend. Sie wählen dafür die Form der „inszenierten Erzählung“. Das Projekt birgt einige Risiken: Denn obwohl sich Christoph von Goumoëns ausdrücklich gewünscht hat, mit seiner Schwester im Theater auftreten zu können, kann niemand wissen, ob er im Moment der Vorstellung immer noch dieser Meinung ist. Zum andern besteht die Voyeurismus- Gefahr der Ausstellung der Behinderung in der Live-Situation des Theaters. Die Jury ist aber überzeugt, dass dadurch, dass die Schwester mit ihrem Bruder auf der Bühne steht, und mit Beatrice Fleischlin eine sensible Regisseurin dazu stösst, dieser Problematik sehr bewusst und mit viel Herzlichkeit und Ehrlichkeit begegnet wird. Die Jury glaubt weiter, dass die Verbindung der persönlichen Geschichten mit fiktionalen Elementen sowie der gleichzeitig behutsame und humorvolle Ansatz, die Zutaten für einen professionellen, berührenden und bewegenden Theaterabend sind. Mit dem Beitrag aus der selektiven Förderung des Kantons Luzern soll der Mut für ein unkonventionelles, risikoreiches und gleichzeitig vielversprechendes Projekt gewürdigt werden. Die Jury ist zudem überzeugt davon, dass die Produktion nach der Luzerner Premiere auch für Spielorte in anderen Kantonen interessant sein könnte.