Carmela Gander

Illustration von Carmela Maria Gander

Carmela Maria Gander, geboren 1972 aus Luzern, präsentiert eine Rauminstallation, die man auf den ersten Blick eher in einer Kunstausstellung erwarten würde. Gander ist Illustratorin durch und durch, braucht aber mitunter ungewohnte Umsetzungen um ihre Themen adäquat zu illustrieren. Warum also nicht zu künstlerischen Techniken jenseits von Tusche und Papier greifen? Die auch bei früheren Projekten nach neuen gestalterischen Wegen suchende Illustratorin hat sich vorgenommen, das Thema Erinnerung auszuloten. Erinnerungen können wie ein realistischer Film sein, meist sind sie aber ungenau und bruchstückhaft. Das Flüchtige und Unfassbare von Erinnerungen versucht Gander in einer dichten atmosphärischen Rauminstallation einzufangen. Die Erinnerungspuren materialisieren sich aus Bindefäden und Meersalz, die Form ist nur schwer zu fassen. Die stimmige Ästhetik und experimentelle Herangehensweise sowie die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema hat die Jury überzeugt. Dies auch, weil die Künstlerin sich nicht im Abstrakten und Theoretischen verliert. Gander hat den Mut, sich nicht mit einer konventionellen, klassischen Lösung zufrieden zu geben und sucht einen unbequemen Weg. Der Förderbeitrag soll helfen, dass sie sich noch intensiver mit den gewählten künstlerischen Strategien auseinandersetzen und ihr Projekt fortsetzen kann.