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Jana Avanzini

Jana Avanzini - Foto von Ingo Hoehn

Jana Avanzini - Copyright Ingo Hoehn

«Die Sonnenstube»

  • Jana Avanzini

«Nicht die Fantasie, sondern das Leben schreibt die brutalsten und überraschendsten Geschichten» , schreibt Jana Avanzini in ihrem Projektdossier und nimmt sich vor, in der Vergangenheit ihrer Vorfahren und deren Nachbarn zu wühlen. «Die Sonnenstube» heisst ihr erstes Buchprojekt und will festhalten, was die Erzählungen alteingesessener Tessiner Bewohner*innen hergeben. Vorgeknöpft hat sie sich das Heimatdorf ihres Vaters: Miglieglia. Ihre eigenen Erinnerungen an das Dorf - Piazza, Gelati, Sole - stehen heute im Kontrast zu den Geschichten, die sie als erwachsene Frau von Miglieglia hört: Aussteigergemeinschaften, Missbrauch, bestellte Bräute, Alkoholismus. Tabuthemen, die so gar nicht zum sonnigen Ferienkanton passen. Aber Avanzini will genau das: Das Tessin als Klischee entmystifizieren. Die unangenehmen, lange verschwiegenen, fast vergessenen Geschichten will sie in einem Roman festhalten. Mit Figuren, die an den realen Menschen in Miglieglia angelegt sind. Warum gerade jetzt? Der Südkanton ist im Wandel. Und bevor die Häuser aus Avanzinis Kindheit abgerissen werden, will sie den alten Dorfbewohner*innen einen Besuch abstatten, zuhören und aufschreiben. Die Jury gratuliert zum anregenden Buchprojekt und freut sich auf das Lesen der «Sonnenstube». Sie wünscht Jana Avanzini bei der Umsetzung des Projekts viel Erfolg und Freude.

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2020
Recherchebeitrag

Jurybericht

  

 

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