Jos Näpflin

Jos Nt:lpflin schafft Bilder, denen Bezüge implizit sind, die die Welt der Kunstgeschichte ebenso miteinschliessen wie eine aktuelle, von Film und Fernsehen geprägte Wirklichkeitserfahrung. Das von einem verborgenen Ventilator bewegte Tischtuch verleiht der Tischsituation eine Dynamik, die der Statik der unbewegt brennenden Kerze entgegensteht. Man denkt an ein gefilmtes Stilleben, an ein Stück Illusion, das sich - da mit realen Mitteln erzeugt - bruchlos mit der tatsächlichen Wirklichkeit verbindet und die gesamte erfahrbare Welt unter die Perspektive des Surrealen stellt. Wird beim ersten Bild Illusion mit Hilfe von Zeit erzeugt, so steht beim zweiten Bild, mehrere an die Wand geklebte Doppelklebefolien, der genau entgegengesetzte Prozess im Vordergrund: der Staub, der sich nach und nach auf den glänzenden Oberflächen absetzen wird, macht die Flächen stumpf und bringt die illusionäre Räumlichkeit des Spiegelbildes zum Verschwinden. Die Einfachheit der Setzungen, denen durchaus auch eine gewisse Poesie anhaftet, schien der Jury schlüssig.