Margot Zanni

Margot Zanni zeigt unter dem Titel «Back Pages» fünf Fotografien. Man kann die Arbeiten wie einen Fries von links nach rechts lesen, der Blick wird aber auch durch formale und inhaltliche Parallelen in übergreifenden Verbindungen gelenkt. Links aussen ist eine sich fast in Pixeln auflösende Küstenlandschaft zu sehen. Sie scheint sich in das nächstfolgende Bild zu erstrecken, grosse quaderförmige Felsstufen, die gut als Rast- oder Aussichtsplatz zu nutzen sind. Die Koppelung eines sehnsuchtsvollen Fernblicks mit einer konkreten Blickposition wird im nächsten Bildpaar wieder aufgenommen: einer männlichen Rückenfigur und einem Ausschnitt aus einem Gemälde von C. D. Friedrich. Auf der letzten der fünf Fotografien ist der Blick Alltäglicherem zugewandt. Neben grünen spitzigen Pflanzen, die auf die Kreidefelsen referieren, bewegt sich eine Frau ins Bild hinein.

Die Jury überzeugte das Evozieren verschiedener Stimmungs- und Blickräume, das Herstellen einer Spannung zwischen Ferne und Nähe, dem Wegdriften und dem konkreten Fokussieren von etwas. Ein träumerischer in die Ferne schweifender Sehnsuchtsblick wird immer wieder mit seinem Ausgangsort, dem Naheliegenden und Machbaren verkoppelt. Einen zeitlichen Switch liefert die Arbeit mit der Referenz auf die historische Position von C. D. Friedrich einerseits, der elektronischen Verpixelung der Küstenlandschaft andrerseits. Geht man übrigens weit genug im Raum zurück, löst sich die Zersetzung dieser Küste wieder auf, wodurch das Publikum in seinem Seherlebnis aktiv involviert wird und gleichsam physisch nachvollzieht, wovon die Arbeit als Ganze inhaltlich spricht.