Markus Döbeli

Markus Döbeli beschäftigt sich seit seiner künstlerischen Ausbildung an der Luzerner Schule für Gestaltung und an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf mit den in unserem Jahrzehnt wieder zu neuer Aktualität gelangten Möglichkeiten und Problemen der Malerei. Entsprechend versucht er auf sie mit den klassischen Materialien von Leinwand und Farbe Antworten zu finden, ohne aber dabei den Gefahren einer seichten Schönmalerei zu erliegen. Im gezielten Umgang mit der Farbe entstehen Bilder, die in ihrem Reichtum des Einfachen und in ihrem Streben nach dem Absoluten geradezu an östliche Philosophien erinnern.

Die "Konzentration auf das schöpferische Moment des malerischen Prozesses" brachte Markus Döbeli zur sukzessiven Reduzierung von Farbigkeit und Form. Dies hatte zur Folge, dass sich seine Malerei in jüngster Zeit mehr und mehr der Tradition der monochromen Farbfeldmalerei annäherte. Verschwommene Farbräume akzentuiert er zurückhaltend mit schwebenden Zeichen, die aber - als wolle er sie aus unerklärlichen Gründen ungeschehen machen- sogleich wieder zerfliessen. So entsteht jene traumartig bewegte Farbwelt, die den Betrachter, wohl nicht zuletzt auch wegen der körperbezogenen Bilddimensionen, in ihren Bann zieht. Die neusten Grossformate wandeln ihre Oberflächen in weichem Fluss von der Ruhe eines kühlen Grün und oder Blau zum Aufruhr lodernden Feuers. Dabei brechen in amorph wuchernden Flächen mitunter Oeffnungen auf, aus denen ein magisches Licht hervorglüht, das tiefliegende Kosmen erahnen lässt. Es sind dieses Gebrochene und Unbequeme, aber gleichzeitig auch Geheimnisvolle, das bewusste Zerstören der schönen, sensibel empfundenen Farbschicht durch verschlungene Pinselzüge und die sich dem reinen Sehgenuss trotzig entgegensetzenden Formen, die das Besondere, ja das Ueberzeugende dieser Malerei ausmachen. Sie verleihen letztlich Markus Döbelis auf den ersten Blick traditionell sich gebenden gestischen Abstraktionen ihre Gültigkeit.

1988

Bildende Kunst

Jurybericht

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