Mathis Pfäffli

Mathis Pfäffli

Mathis Pfäfflis Arbeiten verfolgen verschiedene Fährten aus der Architektur-, Literatur- und Kunstgeschichte, die sorgfältig ausgelegten Brotkrumen lassen den Betrachter nur Schrittweise näher kommen. Die Installationen erinnern an die Behausungen nomadischer Völker oder an behelfsmässige, temporäre Konstruktionen bei Urvölkern zum Trocknen der Felle oder zum Räuchern der Fische. Pfäffli setzt Walkingstöcke, Gummibänder, Schnüre und Klammern dafür ein, seine grossen Bleistift-Zeichnungen zu hängen, so, dass sie jederzeit verfügbar und wieder verändert werden können. Die Zeichnungen sind nicht als abgeschlossene Werke zu betrachten, sondern unterliegen einer sukzessiven Überarbeitung durch den Künstler. So treffen wir «dieselbe» Zeichnung in diversen Ausstellungen in unterschiedlichen Zuständen an. Die Aluminium-Stöcke weisen darüber hinaus auf die Wanderungen zwischen den Phasen der «temporären Sesshaftigkeit» hin – wo der Protagonist einer vom Künstler in Englisch verfassten Geschichte auf eine Frau trifft, und uns einen weiteren Hinweis für die Deutung der Zeichnungen schenkt: «We use drawings to show each other what exactly we were trying to explain to each other. In this manner we had a conversation over a long time, maybe a week or two.» Die beiden Figuren sprechen offensichtlich nicht die selbe Sprache, doch die Anziehung und der Wunsch sich auszutauschen ist stärker, so helfen sie sich damit, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, welche es ihnen erlaubt sich näher zu kommen. Die Kurzgeschichten sind wie Briefe verfasst und werden bei Ausstellungen an einen ausgewählten Leserkreis versandt, die so einen fortlaufenden Bericht über die Abenteuer des Protagonisten und somit des Künstlers erhalten. Folgt der Blick von der Oberfläche der Zeichnungen über die Stangen zu den Schnüren welche in den Ankerpunkten am Boden münden, so stellen wir fest, dass diese an einem organischen Zinnobjekt befestigt sind. Diese Zinnobjekte verweisen auf die Tradition des Bleigiessens, welche schon die Römer zu Orakelzwecken betrieben haben. Die daraus entstehenden Figuren finden sich teilweise auch in den Zeichnungen wieder und verweben so die unterschiedlichen Ebenen der offenen Arbeitsweise des Künstlers.