Melk Thalmann

Melk Thalmann ist ein Aufklärer. Er recherchiert profund die seltsamen Ereignisse, die in den Fünfziger Jahren, die Schweiz zu einer Atommacht machen wollten und schliesslich im Knall des Versuchs-AKWs von Lucens endeten. Er packt seine Recherchen in einen Krimi und gestaltet sie in seinem Medium: Dem Comic. Die Jury lobt die Ernsthaftigkeit, mit der der Autor den Ereignissen nachgeht – er liest, er spricht mit Experten, er untersucht den Zeitgeist, der solche Geschichte hat möglich werden lassen. Vor diesem Wissen entfaltet er mit hohem Können der Dramaturgie, die dem populären Medium Comic eigen ist, seine Geschichte. Er ist nicht in erster Linie an künstlerischen Experimenten und neuen Sprachen des Comic interessiert, sondern er braucht sein Medium als Handwerkskönner, der weiss, was sein Publikum mit grosser Freude und Spannung einst lesen und anschauen wird. Die Jury beeindruckt, wie Melk Thalmann mit Bilder- und anderen Büchern Details aus den 50iger Jahren zusammenträgt und in seine Arbeit aufnimmt. Das Grauen dieser Zeit, der Schrecken der Militär- und anderer Betonköpfe, das Lokalkolorit kommt im dynamischen Stil dieses Zeichners etwas zu kurz. Alles bewegt sich da, die Luft damals aber war stickig und das Klima eng und gefährlich – es ging um den Weltenbrand. Die Jury lobt ausdrücklich die Präsentation von Melk Thalmann – seine Eingabe will nicht nur sein Können als Comicautor beliebt machen, sondern ist eine anregende Einführung, was es heisst einen Comic zu recherchieren, zu konzipieren und schliesslich zu zeichnen und zu schreiben. Der Autor will mit dem Preisgeld seinen schon weit gediehenen Comicband in der dafür bestens geeigneten Edition Moderne herausgeben. Dazu wünscht ihm die Jury alles Gute und freut sich auf die Vernissage des Buches.